Das kann nicht stimmen…

Statistik Pauschalabrechnungen · Das bedeuten die Zahlen

Aufgrund der häufigen Nachfragen zu diesem Thema wollen wir an dieser Stelle nochmals eine eingehende Erläuterung zur Statistik Pauschalabrechnung geben, die in BdB at work entweder aus dem Büro oder direkt aus dem Fenster Pauschalabrechnung gestartet werden kann.

Die Statistik ermittelt ein Abbild des augenblicklichen Zustandes der in BdB at work erfassten Betreuungsfälle, die pauschal nach dem Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG) abgerechnet werden.

Basis für die Berechnung ist der Betreuungsverlauf eines jeden Klienten, in dem die wichtigen Eckdaten der Betreuung wie zum Beispiel der Beginn der Betreuung, eventuelle Statusänderungen oder die vergangenen Vergütungsabrechnungen gespeichert sind. In die Statistik fließt dieser Verlauf ohne Berücksichtigung bereits gestellter Abrechnungen ein.

Die Statistik für die Pauschalabrechnung wird grundsätzlich auf die gleiche Weise berechnet, als würde eine Gesamtabrechnung aller Klienten für den angegebenen Zeitraum ausgeführt. Bei Einschränkung der Statistik auf einen bestimmten Betreuer werden nur solche Fälle in die Berechnung aufgenommen, bei denen der angegebene Betreuer als Hauptbetreuer des Klienten zugeordnet ist.

Dieser Beitrag erschien erstmals in 2007 in unserer Kundenzeitschrift today. Der Inhalt ist jedoch weiterhin gültig und hilft so auch aktuell beim Verständnis der ermittelten Kennzahlen.

Was wird hier genau ermittelt?
Anzahl der ausgewerteten Betreuer und Anzahl der betroffenen Fälle

Die Anzahl der Betreuer ergibt sich aus der Zahl der unterschiedlichen Hauptbetreuer bei den betrachteten Fällen. Falls Sie die Statistik für einen bestimmten Betreuer erzeugen, wird an dieser Stelle immer 1 ausgegeben.

Die Anzahl der ausgewerteten Fälle ergibt sich aus der Anzahl der Klienten, die in die Berechnung für diesen Zeitraum eingegangen sind. Die Anzahl kann von der Anzahl der tatsächlich abrechenbaren Fälle abweichen, da die Statistik für jeden derzeit betreuten Klienten eine Berechnung der abrechenbaren Summe für den angegebenen Zeitraum ermittelt.

Status im angegebenen Bereich

Für den angegebenen Zeitraum wird ermittelt, wie viele der betrachteten Fälle mittellos oder vermögend waren oder im Heim beziehungsweise in eigener Wohnung gelebt haben.

Hier ist zu bedenken, dass sich bei einem oder mehreren Klienten der Status im angegebenen Zeitraum geändert haben kann. Der Klient war im Zeitraum also sowohl vermögend wie auch mittellos und wird für beide Zahlen jeweils einmal mitgezählt.

Hieraus ergibt sich, dass die Summe der Klienten, die mittellos oder vermögend sind nicht mit der Anzahl der ausgewerteten Fälle übereinstimmen muss.

Anzahl unterschiedlicher Amtsgerichte

Hier wird die Anzahl der von den ausgewerteten Fällen betroffenen Kostenträger ermittelt. Auch hier kann es zum Beispiel durch den Wechsel des Amtsgerichtes bei einem Klienten dazu kommen, dass ein Klient doppelt (einmal für jedes Amtsgericht) gezählt wird.

Summe abzurechnender Stunden nach VBVG

Dieses ist der Bereich, der am häufigsten zu Nachfragen führt. Daher soll hier etwas eingehender auf die Problematik eingegangen werden. Zunächst jedoch eine kleine Einführung zum Verständnis der angezeigten Werte.

Statistik Pauschalabrechnung
Auswirkungen

Nachdem alle durch die Statistik erfassten Fälle virtuell abgerechnet wurden – das bedeutet, dass die Berechnungsergebnisse nur temporär gespeichert werden – werden die Betreuungsstunden und der dadurch zu erwirtschaftende Betrag aufsummiert und in der Statistik dargestellt. Da die angesprochenen temporären Abrechnungen nach dem normalen Abrechnungsverfahren ermittelt werden, gibt es vielfältige Einflüsse, die eine Änderung der Zahlen auch bei gleichem Zeitraum bewirken können.

Möglichkeit 1

Bei einem oder mehreren Klienten wurde seit dem letzten Aufruf der Auswertung ein Betreuungsereignis eingetragen oder verändert. Solche Änderungen – zum Beispiel der Wechsel des Vermögensstatus – fließen natürlich in die Berechnung ein. Der Vergleich von Auswertungen für einen Zeitraum ist besonders mit einigen Monaten Abstand nicht mehr vergleichbar. Aufgrund zwischenzeitlich eingetragener Änderungen können die Zahlen nicht mehr identisch sein. Ein rückwirkender Vergleich auch wenn sich dieser auf denselben Zeitraum bezieht ist nicht möglich.

Möglichkeit 2

Bei einem oder mehreren Klienten wurden seit dem letzten Aufruf der Auswertung die Optionen oder Grundeinstellungen für die Pauschalabrechnung verändert. Auch gilt wie bei Möglichkeit 1: Ein Vergleich der verschiedenen Aufrufe ist bei Veränderung der Grundlagen nicht möglich.

Bruttobetrag und Nettobetrag

Hierzu gelten die gleichen Ausführungen wie bei der Summe der abzurechenden Stunden.

Für alle in dieser Statistik ausgeführten Auswertungen gilt zusätzlich die Einschränkung, dass der im Statistikfenster angegebene Zeitbereich niemals mit den tatsächlichen Abrechnungszeiträumen (Betreuungsquartale) der einzelnen Klienten übereinstimmt. Eine Vergütungsabrechnung über einen einzelnen Monat würden Sie zum Beispiel niemals erstellen oder vergütet bekommen. Durch die in der Statistik erzwungene Berechnung mit einem festen Zeitraum ergeben sich Abrechnungsbeträge, die so niemals in Rechnung gestellt würden. Die Auswertung gibt somit nur eine statistische Annäherung, nicht jedoch eine Zusammenfassung der tatsächlich erwirtschafteten Zahlen wieder.

Zusammenfassung

Die Statistik Pauschalabrechnung eignet sich nicht für rückwirkende Analysen des in einem Büro oder Verein getätigten Umsatzes. Vielmehr soll diese Auswertung eine grobe Übersicht bieten können, wie hoch der Erlös aus den Betreuungsfällen in Zukunft sein wird. Dabei wird von dem jeweiligen Status Quo ausgegangen. Die Zahlen können also nach oben oder unten abweichen, wenn nach der Ausführung der Auswertung Änderungen an den Betreuungsfällen eintreten. Sie ist somit ein Prognose-Werkzeug und dient nicht der nachträglichen Kontrolle von wirtschaftlichem Erfolg oder Misserfolg.

Eine rückwirkende Auswertung des tatsächlichen Erlöses kann im Büro über die ausgeführten Abrechnungen erreicht werden. Hier werden die tatsächlich in Rechnung gestellten Vergütungsanträge für die Vergangenheit ausgewertet. Auch bei dieser Statistik können nachträglich andere Zahlen ermittelt werden, wenn Sie zum Beispiel Abrechnungen stornieren und mit anderen Einstellungen erneut in Rechnung stellen.

Wir hoffen, dass wir mit diesem kleinen Beitrag ein wenig Licht ins Dunkel gebracht haben und Sie die besprochene Auswertung in Zukunft gewinnbringend einsetzen können.

veröffentlicht am 1.Juli 2007
aktualisiert & online gestellt 2/2016